„Polizei der Stadt Bremen“, meldete sich eine männliche Stimme abends um 21:30 Uhr auf meinem Handy. Einer ersten Schrecksekunde folgte die Entwarnung: „Bitte nicht erschrecken. Es ist nichts Schlimmes passiert.“ Puhhh! Wenn die Tochter in Bremen studiert und man so einen Anruf erhält, denkt man nicht zwangsläufig an „nichts Schlimmes“. So aber klärte sich die Angelegenheit rasch.

Bei einer der Polizeistationen in Bremen war von einem Ehepaar ein Portmonnaie abgeben worden – ohne Geld, aber mit Personalausweis, Führerschein, Bankkarte, Krankenversichertenkarte, Studentenausweis, Fahrkarte etc. Die Besitzerin war also eindeutig zuzuordnen. Eine Telefonnummer gab es allerdings nicht. Diese war auch nicht über das Telefonbuch herauszufinden.

Der Polizist wusste sich jedoch zu helfen. Im Portemonnaie entdeckte er nämlich auch eine Visitenkarte, ausgestellt auf den gleichen Nachnamen wie die anderen Dokumente, allerdings mit einem anderen Vornamen. Auf dieser Visitenkarte war neben einer dienstlichen Nummer auch eine Handynummer angegeben. Und so landete der findige Polizist bei mir mit der Frage, ob es eine verwandtschaftliche Beziehung zu der jungen Dame auf den Dokumenten gebe und ob ich vielleicht die Handynummer für eine Benachrichtigung hätte. Sie werde sich sicher schon große Sorgen über den Verbleib des Portemonnaies und die Konsequenzen in Bezug auf die Wiederbeschaffung machen …

Als Mutter fällt einem dann natürlich auch ein Stein vom Herzen. Da ist es für alle Beteiligten sicher zu verschmerzen, dass der 20-Euro-Schein aus dem Geldfach fehlte. 20 Euro, die meine Tochter am Vortag erhalten hatte, weil sie ein Portemonnaie gefunden und dem Besitzer zurückgebracht hatte. Ironie des Schicksals.

Und die Moral von der Geschicht‘: Es gibt noch ehrliche Leute und findige Polizisten. Und: Eine Visitenkarte leistet wertvolle Dienste – nicht nur im Geschäftsleben!

Aktuelle
Stellenangebote